FDP.Die Liberalen Thurgau

FDP. Die Liberalen
PLR. Les Libéraux-Radicaux

FDP Fraktion zur Interpellation zur Stärkung der praktischen Ausbildungsfächer an den Schulen


Wie viel praktische handwerkliche Bildung brauchen unsere Kinder?

FDP Fraktion Ruth Mettler

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Interpellation von Ruedi Zbinden und Verena Herzug

„Stärkung der praktischen Ausbildungsfächer an den Schulen“

Wie viel praktische handwerkliche Bildung brauchen unsere Kinder?

Für die Interpellanten fristet die praktische handwerkliche Bildung generell ein Schattendasein an den Thurgau Primar- und Sekundarschulen.

Zwei Drittel der Jugendlichen absolvieren in der Schweiz eine Berufslehre. Gerade diese Tatsache deutet für die FDP. Die Liberalen darauf hin, dass den Kindern und Jugendlichen an unseren Schulen das handwerkliche Arbeiten, die verschiedenen Arbeitsweisen und Materialien nach wie vor näher gebracht werden. Die gemachten Erfahrungen verbunden mit den eigenen Neigungen führen zur Berufswahl. Auch die FDP ist der Meinung, dass das duale Bildungssystem eine Erfolgsgeschichte ist und dieser Sorge getragen werden muss.
Lehrmeister beklagen sich weniger über fehlende handwerkliche Qualifikationen als über mangelndes Können in Deutsch und Rechnen.

Die Interpellanten liegen mit ihrer Forderung der klar fixierten Anzahl von Lektionen für die handwerkliche Grundausbildung zu einseitig.
Eine Bildung, die Kompass für das ganze Leben sein soll, muss alle Seiten des Menschen umfassen: die Intellektuelle und die Moralische ebenso wie die Soziale, die Emotionale und die Handwerklich-praktische. Noch immer gilt darum das Prinzip von Kopf, Herz und Hand. Es muss eine Bildung sein, die in die Breite geht und dazu gehört auch das Erlernen von Techniken, die zu einem guten und erfüllten, selbstbestimmten Leben führt. Nebst Lesen, Schreiben, Fremdsprachen und Rechnen, sind dies Handarbeit, Hausarbeit und Kochen, ebenso wie Werken und Musik. Aber auch Kenntnisse über neue Technologien und Kommunikationsformen sind in der heutigen immer komplexer werdenden Arbeitswelt von grosser Wichtigkeit.

Aus Sicht der FDP.Die Liberalen hat der Regierungsrat die Problematik richtig erkannt. Auf Sommer 2011 erscheint ein Thurgauer Lehrmittel zum Bereich Werken und Gestalten und es stehen praxisnahe Arbeitsinstrumente zur Unterstützung der Lehrpersonen im Lehrprozess zur Verfügung. Mit der Einsetzung einer Projektgruppe zur vertieften Problemanalyse auf Sekundar- und Primarstufe und zur Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für die Rekrutierung, Ausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen in den Fächern textiles und nicht-textiles Werken sowie Hauswirtschaft, hat der Regierungsrat einen guten Weg eingeschlagen.
Offen bleibt in der Interpellationsantwort, bis wann die Projektgruppe die Ergebnisse erarbeitet hat und in welcher Form der Grosse Rat informiert wird?

Dass sich der RR im Hinblick auf den Lehrplan 21, dessen Start der Erarbeitung auf zirka Herbst 2010 vorgesehen ist, gegen die Reduktion der Fachbereiche Werken und Hauswirtschaft einsetzt, findet die FDP.Die Liberalen die richtige Haltung.


30.06.2010


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